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Nikosia abseits der Touristenpfade: verborgene Viertel und ungewöhnliche Aktivitäten

Street Art in der Pufferzone

Nikosias Pufferzone, der Streifen Niemandsland zwischen Nord und Süd, ist zu einer unerwarteten Leinwand für Straßenkünstler geworden. Wo seit 1974 verlassene Gebäude langsam verfallen, sind in den letzten Jahren leuchtende Wandbilder entstanden. Zyprische, griechische, türkische und internationale Künstler nutzen diese vergessenen Fassaden als riesige Leinwände, um Frieden, Versöhnung und Inselidentität darzustellen. Spezialisierte Führungen ermöglichen es, die zugänglichen Abschnitte dieser Zone sicher zu erkunden und bieten einen eindringlichen Blick auf die jüngere Geschichte der Insel durch zeitgenössische Kunst.

Das Viertel Phaneromeni, direkt südlich der Grünen Linie gelegen, ist das Epizentrum dieser alternativen Kunstszene. Seine engen Gassen beherbergen unabhängige Galerien, kreative Coworking-Räume und Third-Wave-Cafés, in denen Baristas ihre eigenen Bohnen rösten. Die Phaneromeni-Kirche, die größte innerhalb der Stadtmauern, wacht über dieses wiederbelebte Viertel, in dem sich Studenten, Künstler und junge Unternehmer mischen.

Hammams und Wellness auf osmanische Art

Wenige Touristen wissen, dass Nikosia mehrere historische Hammams beherbergt, die noch in Betrieb oder kürzlich restauriert worden sind. Der Büyük Hamam im Nordteil nahe dem Büyük Han befindet sich in einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das in der osmanischen Ära zum türkischen Bad umgebaut wurde. Unter seinen mit Lichtsternen durchbrochenen Kuppeln kann man noch heute ein Dampfbad und ein traditionelles Peeling mit schwarzer Seife genießen, genau wie vor fünf Jahrhunderten. Der Omeriye Hamam auf der Südseite wurde sorgfältig in einer Augustinerkirche aus dem 14. Jahrhundert restauriert, die von Mustafa Pascha in ein Badehaus umgewandelt worden war. Heute ist er ein Spa, das uralte osmanische Rituale mit modernen Behandlungen in einem außergewöhnlichen architektonischen Rahmen verbindet.

Ausflüge rund um Nikosia

Die Umgebung der Hauptstadt hält ebenso fesselnde Entdeckungen bereit. Etwa dreißig Autominuten entfernt bietet das Kloster Machairas, auf 870 Metern Höhe in den Ausläufern des Troodos-Gebirges gelegen, eine spirituelle Auszeit in einer prächtigen Waldlandschaft. Im 12. Jahrhundert gegründet, beherbergt es eine wundertätige Marienikone, die dem Apostel Lukas zugeschrieben wird. Noch näher organisiert das Dorf Aglandjia jeden Samstag einen Bauernmarkt, auf dem lokale Erzeuger ihre Zitrusfrüchte, ihren Wildthymian-Honig und ihr im Holzofen gebackenes Sauerteigbrot verkaufen.

Für Naturliebhaber erstreckt sich der Athalassa-Park, die grüne Lunge des Ballungsraums, über 840 Hektar Kiefernwälder, Wanderwege und Radwege. Der künstliche See in der Parkmitte zieht im Frühling und Herbst Zugvögel an und erfreut Hobby-Ornithologen. Er ist der ideale Ort, um der Sommerhitze der Hauptstadt zu entfliehen und ein Picknick im Schatten der Aleppo-Kiefern zu genießen.